Am 3.12.2011 im Kurhaus Bad Tölz, Einlass 19.00h , Beginn 20.00h.Schmidbauer & Kälberer: MomentnsammlerNix is so schee wia der Moment, wo ois so is wias ghert und as Leben kriagst einfach gschenkt. Und des allerbeste is dabei: Wennsd den Moment gfundn host, is er vorbei“ – So etwas kann nur einer schreiben, der entspannt ist, den Moment genießen kann, der sich an den kleinen Dingen des Lebens spontan freuen kann und der sein Glück im Hier und Jetzt findet. Werner Schmidbauer ist so einer. Als „Momentnsammler“ bezeichnet er sich. Und „Momentnsammler“ nennt er auch sein neues Album, das er wieder mit seinem kongenialen Partner Martin Kälberer eingespielt und aufgenommen hat.
„Es ist doch so“, sagt Frontmann, Songwriter und Sänger
Werner Schmidbauer: „Manche Menschen sammeln in ihrem Leben vielleicht
Plattenspieler, Schmuck oder irgendwelchen Ramsch. Doch wenn das Leben zu Ende
geht, dann nimmt man nichts davon mit.“ Da sammelt Schmidbauer lieber die
schönen Momente im Leben, genießt sie in vollen Zügen und – noch viel besser
– vermacht einige davon gleich seinen Zuhörern in Form von Liedern.
Tatsächlich ist die CD randvoll mit Musik gewordenen Momenten. Voll mit
Liedern, die meist so entstanden sind, wie gute Musik meistens entsteht:
spontan, geradeaus und schnell. Einfach die Magie des Augenblicks mit der
Gitarre einfangen – das ist es, was Werner Schmidbauer so liebt, warum er
Musiker mit Leib und Seele ist.
Sieben lange Jahre
nach dem letzten Studio-Album „Zeit der Deppen“ hat es allerdings gedauert, bis das neue Werk des Duos fertig
geworden ist. Eben einfach deshalb, „weil wir vor lauter Momente sammeln
einfach nicht zum Platten machen gekommen sind“, sagt Schmidbauer. Denn am liebsten stehen er und Martin
Kälberer auf der Bühne und schaffen musikalische Momente, die sowohl Publikum
als auch die beiden Musiker unter der Überschrift „unvergesslich“ speichern und
sammeln können. Dabei ergänzt sich das Duo schon seit 13 Jahren perfekt. Werner
Schmidbauer und Martin Kälberer, so scheint es, haben sich gesucht und
gefunden. Und was auf den ersten Blick nicht zusammen passt, ist inzwischen
eine musikalische Einheit geworden, die in ganz Bayern und auch im Rest der
Republik immer mehr Fans findet. Da steht auf der einen Seite der Liedermacher
Werner Schmidbauer, der aus der Folk-Ecke kommt und mit Crosby, Stills, Nash &
Young und James Taylor aufgewachsen ist, und auf der anderen Seite der
filigrane Pianist und Multi-Instrumentalist Martin Kälberer, der an der
Musikhochschule in Graz Jazzpiano studiert hat. Das macht den ganz speziellen
Reiz aus, diesen Zauber, der den Stücken von Schmidbauer Kälberer anhaftet. Da
kann ein einfaches folkiges Klampfen-Lied im Mittelteil einen jazzigen
Pianolauf verpasst bekommen, zu traditionellen und „gewohnten“ Instrumenten
kommen Exoten wie ein Vibrandoneon oder wie im Instrumental „Südhang“ ein Hang
dazu. Denn wo Werner Schmidbauer ein „Momentnsammler“ ist, da passt für Martin
Kälberer die Bezeichnung „Instrumentnsammler“. Für Werner Schmidbauer ist er
auch so etwas wie ein musikalischer Maler. Er beschreibt es so: „Wenn wir ein
neues Lied aufnehmen, spiele ich erst mal die Gitarre ein und singe eine
spontane Gesangsspur. Martin bearbeitet dann diesen Rohdiamanten im Studio. Er
malt dann sozusagen meine akustische Bleistiftskizze mit seinen musikalischen
Farben aus.“
Die musikalischen
Momente, die Werner Schmidbauer für dieses Album gesammelt hat, sind Lieder,
die ihm in vielen Situationen einfach zugeflogen sind, eben weil sie da waren.
Zum Beispiel, als er nach langer Zeit mal wieder abends oben auf dem Brünnstein
war, einem Berg im Mangfallgebirge. In dieser Ruhe, dieser friedlichen
Abendstimmung, da entstand zum Beispiel ein Stück wie „Herobn“. „Das Ganze ist
in zehn Minuten passiert“, sagt Werner Schmidbauer. So entsteht Musik bei ihm
immer. Hinsetzen mit dem Vorsatz, jetzt einen Song zu schreiben? Vergiss es!
Auch der Titelsong war eine schnelle Sache. Die Bezeichnung „Momentnsammler“
ist Werner Schmidbauer irgendwann einmal durch den Kopf gegangen. Entstanden
ist sie an einem Abend, als er mal wieder an der Mangfall saß, an dem Fluß, der
durch seinen Wohnort Bad Aibling fließt. „Dort kann ich in einer milden
Sommernacht stundenlang sitzen, ein Feuer anmachen und nur den Moment
genießen“, sagt er. Als er dann einige Zeit später mit seiner Familie im Urlaub
auf Kreta war, ging es wieder mal ganz schnell: Der Song zur Idee entstand in
etwa zehn Minuten. Wenn Schmidbauer Lieder schreibt, dann braucht er außer
einem magischen Moment nur noch eines: Seine kleine Gitarre, die er sich
irgendwann einmal für 60 Euro gekauft hat. Mit ihr hat er auch viele Passagen
des Albums eingespielt, und auf ihr entstand auch ein Song, den er als seinen
persönlichsten auf dem neuen Werk beschreibt: „Weil du gehst“. In diesem Lied
singt Werner Schmidbauer von seiner Demenz-kranken Mutter und dem langen Abschied
von ihr. „Es ist ein Lebensdank an meine Mutter. Sie geht jeden Tag ein Stück
mehr von mir. Trotzdem will ich hier Trauer in ein Lebenskleid gewanden“, sagt
Schmidbauer. Von einem anderen Menschen, den er sehr geschätzt hat, hat er sich
schon verabschiedet: Georg Danzer. Als kleine Hommage an den großen
österreichischen Liedermacher, der 2007 an Krebs starb, spielen Schmidbauer
Kälberer den Danzer-Titel „Lass mi oamoi no d’Sonn aufgeh seng“. Das ist nicht
der einzige Song, den die beiden für oder mit einem anderen Musiker auf diesem
Album verewigt haben. „Nach Gulu“ stammt im Original von BAP-Frontmann Wolfgang
Niedecken und wurde von Werner Schmidbauer ins Bayerische übersetzt. „Mich hat
der Inhalt dieses Liedes tief bewegt“, erzählt Schmidbauer. Der Text
beschreibt, wie sich Kinder in Uganda jeden Abend auf den Weg in die Stadt Gulu
machen, um dort im Schutze der UN sicher zu sein vor Menschenräubern, die
Jungen zu Kindersoldaten ausbilden und Mädchen zur Prostitution zwingen.
Übrigens: Wolfgang Niedecken hat die bayerische Version gehört und für gut
befunden. Ein anderer enger Kontakt besteht für Werner Schmidbauer und Martin
Kälberer mit Pippo Pollina. Der Süditaliener aus Sizilien und die Süddeutschen
aus Bayern kennen sich schon seit vielen Jahren und haben so etwas wie eine
Seelenverwandtschaft entdeckt. Klare Sache, dass Pippo bei dem Lied „Des Lebn“
eine italienische Strophe beisteuerte. Für Schmidbauer Kälberer ebenfalls ein
ganz spezieller Moment, der sich zu sammeln lohnt.
Genauso wie jener
Tag, an dem Werner Schmidbauer mal wieder an seiner geliebten Mangfall saß und
dem vorbei fließenden Wasser zuschaute. Da dachte er daran, dass schon sehr
viel Wasser während seines Lebens den Fluss runter gelaufen ist. Und er dachte
daran, wie die Zeit einfach vergeht, wie man älter wird. Unaufhaltsam.
Schmidbauer wird im August 2011 Fünfzig. Doch: „Warum woana?“ Wo andere
Menschen ihre Midlife-Crisis bekommen, geht der Musiker und Moderator ganz
entspannt damit um. Ändern kann er es ja sowieso nicht. Wieder war ein Moment
gesammelt, ein neues Lied im Kasten. Wenn so etwas geschehen ist, muss es raus
in die Welt. Und zwar so schnell wie möglich. Schmidbauer Kälberer sind da sehr
spontan. „Wenn ich heute ein neues Lied geschrieben habe, dann kann es sein, dass
wir es morgen gleich live auf der Bühne spielen“, verrät Werner Schmidbauer.
Das erklärt auch, dass einige der „Momentnsammler“-Lieder vielen Fans bekannt
sein dürften. Ob auf der „Oiweiweida“- oder der „Zwoaalloa“-Tour: Wann immer es
ein neues Stück von Schmidbauer Kälberer gab – es wurde gleich dem Live-Test
unterzogen. Und trotzdem birgt „Momentnsammler“ jede Menge Überraschungen in
sich. So wird aus dem eher getragenen „An am Abend so wia heit“, das im
Fernsehen jede „Aufgspuit!“-Sendung von Schmidbauer Kälberer eröffnet, auf dem
Album ein relaxter Reggae mit einem ganz anderen Feeling. Und die bereits
erwähnte Hommage an Georg Danzer bekommt ein eher entspanntes Country &
Western-Gewand. „Weil der Georg kein Hang zum Drama hatte“, sagt Werner Schmidbauer.
Dass dies so geschehen ist, war jedoch kein geplanter Akt, sondern eine ganz
natürliche Entwicklung, die mal wieder aus dem Moment heraus entstanden ist. So
unterschiedlich die gesammelten und aufgenommenen musikalischen Momente auch
sein mögen, ein Punkt eint sie alle: Die elf Songs, die Schmidbauer Kälberer
von Oktober 2009 bis März 2010 in Martins „Malawi-Mystery-Mix“-Studio in Hemhof
bei Bad Endorf aufgenommen haben, sind allesamt handgemacht. Kein Sampler,
Drumcomputer oder ähnliche Elektronik kleistern die Lieder zu. Gespielt haben
sie die Instrumente, die sie live auch tatsächlich spielen. Aber auf der Bühne
entscheiden sich Schmidbauer Kälberer oft ganz spontan dazu, die eine oder
andere Nummer live in einem total anderen Arrangement als auf Platte zu
spielen. Das ist dann auch wieder ein Moment, den es lohnt, zu sammeln.
Eintrittspreis: 24,70 EUR incl. gesetzl. MwSt. und aller Gebühren / 25,00 EUR an der Abendkasse
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